Gravitative Massenbewegungen (Rutschungen, Muren, Felsstürze, etc.) gehören in Niederösterreich zu den mit am häufigsten auftretenden Naturgefahren. Infolge sehr unregelmäßiger Aktivitätsphasen ist es notwendig, besonders langfristige Messreihen zu erzeugen, um Bewegungsveränderungen an der Oberfläche und im Untergrund tatsächlich mit auslösenden Faktoren korrelieren zu können. Aus diesem Grund wurde im Jahr 2014 das Projekt „NoeSLIDE - Monitoring unterschiedlicher Typen gravitativer Massenbewegungen in Niederösterreich“ ins Leben gerufen. Das ursprüngliche Projekt lief bis 2017 bzw. 2019, wobei darüber hinaus eine Folgefinanzierung der Monitoringstandorte über zukünftige Projekte gewährleistet sein wird.

Projektbeschreibung

  • Mehrere Standorte für unterschiedliche Typen grav. Massenbewegungen: Hofermühle (Rutschung - Kopplung mit Erdstrom), Gresten (Rutschung), Ofenloch (Felssturz/ Kippung)
  • „Klassische“ Anwendungen: Inklinometer, Piezometer, TDR Sonden, Meteorologische Stationen, Tachymeter, GNSS
  • Neue, innovative Anwendungen des kontinuierlichen Monitorings:
    -        Automatisierte Messungen: Terrestrisches Laser Scanning, Geoelektrik und kabellose Sensornetzwerke
    -        Regelmäßiges Monitoring über TLS und UAV- (Unmanned aerial vehicle) basiertes SfM (Structure from Motion)
  • Ausgewählte Daten stehen in Echtzeit zur Verfügung (permanente Strom- und Breitband-Internetverbindung)
  • Automatisierung des Datenmanagements und der Visualisierung von Daten 
  • Berechnung von Schwellenwerten für Frühwarnsysteme

Forschungsziele

 

  • Implementierung langfristiger Monitoringsysteme (10+ Jahre) für die kontinuierliche Beobachtung gravitativer Massenbewegungen
  • Testen neuer und innovativer Methoden an verschiedenen Standorten
  • Online-Bereitstellung der Daten

(Erwartbare) Ergebnisse

 

  1. Kontinuierliche Informationen über gravitative Massenbewegungen und deren kontrollierende und auslösenden Faktoren
  2. Abschätzung der Gefährdung für die Bevölkerung & Infrastruktur
  3. Integrativer Ansatz durch Beteiligung der Gemeinden
  4. Evaluierung neuartiger Monitoringmethoden für gravitative Massenbewegungen
  5. Kooperationen zwischen Universität – Land – Gemeinden
  6. Web-basierte Verfügbarkeit lokaler Daten (z.B. Klimastationen)
  7. WebGIS als technische Unterstützung für Entscheidungsträger
  8. Potenzial der Implementierung eines Frühwarnsystems